Naturwissenschaftliche Berufe
Ausbildungsvoraussetzungen und Merkmale:
Zu den geistigen
- Verständnis für technische und physikalische Vorgänge
- räumliches Vorstellungsvermögen
- abstraktes Denkvermögen
- angewandtes Rechnen und
- bei den Laborberufen Fähigkeit zu präziser Ausdrucksweise
Zu den körperlichen Anforderungen zählen:
- Geschick beider Hände
- Farbtüchtigkeit, also keine Farbblindheit
- keine Allergie-Empfindlichkeit
- Körperbeweglichkeit und
- bei den Produktionsberufen körperliche Belastbarkeit
Zu den Anforderungen an das Verhalten gehören:
- Geduld und Konzentrationsfähigkeit
- Genauigkeitssinn und Sorgfalt
- Verantwortungsbewusstsein sowie
- Fähigkeit zur Zusammenarbeit bei fast allen Berufen
Gute Schulnoten in den naturwissenschaftlichen Fächern, in Mathematik und auch in Deutsch sind eine gute Grundlage für eine Ausbildung in einem naturwissenschaftlichen Beruf.
Bei den naturwissenschaftlichen Berufen spielen die Chemie, die Physik oder die Biologie jeweils die Hauptrolle. Zur Berufspraxis gehören der Umgang mit Substanzen, Wirkstoffen und Werkstoffen sowie die Handhabung von Geräten, Apparaturen und Messinstrumenten. Dadurch können zum Beispiel chemische Reaktionsabläufe beherrscht und Stoffeigenschaften bestimmt werden.
Ausbildungsverlauf bei den naturwissenschaftlichen Berufen:
Zu Beginn steht die Einführung in Grundfertigkeiten und deren Vermittlung. In dieser Zeit werden grundlegende Kenntnisse und allgemeine handwerkliche Fertigkeiten vermittelt. Bei den Produktionsberufen Chemikant und Pharmakant zählen dazu der Umgang mit Energien, Chemikalien, Geräten und Werkzeugen sowie mit Werkstoffen und ihre Bearbeitung. Bei den Laborberufen bilden zunächst der Umgang mit allgemeinen Laboreinrichtungen und Chemikalien sowie die Ausführung einfacher physikalischer Vorgänge, insbesondere das Messen, Wiegen und Arbeiten mit festen, flüssigen und gasförmigen Stoffen Ausbildungsschwerpunkte. Dieser erste Ausbildungsabschnitt wird in Werkstätten und in Laboratorien der Betriebe vermittelt. Er wird ergänzt durch Unterricht in der Berufsschule und durch betriebliche Unterweisungen.
Anschließend beginnt die Fachausbildung. Auch sie erfolgt in Werkstätten und Laboratorien der Betriebe sowie in den Produktionsstätten, also dort, wo die Auszubildenden später als Fachkräfte tätig sein werden. Bei den Laboranten erfolgt die Fachausbildung in den Betriebslaboren. Sowohl in der Produktion als auch im Labor steht während der gesamten Ausbildungszeit an allererster Stelle das richtige Verhalten bei der Arbeit, damit keine Arbeitsunfälle vorkommen. Dem Auszubildenden stehen überall erfahrene Ausbilder und Ausbildungsbeauftragte zur Seite. Diese vermitteln ihm nicht nur die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten für seinen Beruf, sie unterstützen ihn auch bei dem Einüben in die beruflichen Tätigkeiten und als Mitarbeiter in der Betriebsgemeinschaft. Sie helfen ihm, fit zu werden im Beruf.
Technische Berufe
Ausbildungsvoraussetzungen und Merkmale:
Zu den geistigen Anforderungen zählen:
- Verständnis für technische und physikalische Vorgänge
- räumliches Vorstellungsvermögen
- angewandtes Rechnen und
- abstraktes Denkvermögen insbesondere bei den Elektroberufen
Zu den körperlichen Anforderungen zählen:
- Geschick beider Hände
- Körperbeweglichkeit und
- körperliche Belastbarkeit
Zu den Anforderungen an das Verhalten gehören:
- Genauigkeitssinn und Sorgfalt
- Verantwortungsbewusstsein und Ehrlichkeit
- Konzentrationsfähigkeit und
- Fähigkeit zur Zusammenarbeit
Gute Schulnoten in den naturwissenschaftlichen Fächern und in Mathematik sind
zugleich auch eine gute Grundlage für eine Ausbildung in einem technischen Beruf.
Ausbildungsverlauf bei den technischen Berufen:
In der ersten Zeit der Ausbildung werden grundlegende Kenntnisse und allgemeine handwerkliche Fertigkeiten vermittelt. Dazu zählen: Feilen, Fräsen und Sägen, Biegen, Schleifen und Bohren, das Gasschmelz- und das Lichtbogenschweißen, das Lesen technischer Zeichnungen, Messen und Anreißen sowie die Handhabung und Pflege der dafür erforderlichen Werkzeuge, Geräte und Kleinmaschinen.
Soweit Werkstätten in den Betrieben vorhanden sind, wird dieser erste Ausbildungsabschnitt häufig dort durchgeführt. Er wird ergänzt durch den Unterricht in der Berufsschule und durch weitere betriebliche Unterweisungen.
Mit dem zweiten Ausbildungsjahr beginnt die Fachausbildung. Sie wird ggf. in den Betriebswerkstätten durchgeführt, aber auch in den Produktionsbetrieben, also am späteren Einsatzort innerhalb des Werkes, insbesondere im dritten Ausbildungsjahr.
An allererster Stelle steht auch bei den technischen Berufen das richtige Verhalten bei der Arbeit, damit keine Arbeitsunfälle vorkommen.
Bei den technischen Berufen wird zumeist noch immer zwischen den Metallberufen und den Elektroberufen unterschieden. Neuere Berufsbilder, wie das des Mechatronikers, fassen hingegen Inhalte aus beiden Bereichen zusammen. Auch die Kunststoffberufe zählen zu den eher technisch ausgerichteten Berufen.
Kaufmännische Berufe
Die wesentlichen Ausbildungsvoraussetzungen
- Ordnungssinn und Umsicht
- Genauigkeit und Sorgfalt
- Sprach- und Schriftgewandtheit
- Freude am Umgang mit Zahlen
- Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit anderen
- Verantwortungsbewusstsein sowie
- gute Schulnoten in Deutsch und Mathematik.
Zu den wesentlichen kaufmännischen Ausbildungsberufen, in denen in der chemischen Industrie ausgebildet wird, zählen Industriekaufmann/Industriekauffrau,
- Bürokaufmann/Bürokauffrau
- Kaufmann/Kauffrau für Bürokommunikation
- Kaufmann/Kauffrau für Groß- und Außenhandel
Die Regelausbildung beträgt bei allen kaufmännischen Berufen 3 Jahre.
Die betriebliche Ausbildung erfolgt in verschiedenen kaufmännischen Abteilungen innerhalb des Ausbildungsbetriebes. Durch planmäßigen Arbeitsplatzwechsel, verbunden mit gezielten Unterweisungen am Arbeitsplatz und praktische Mitarbeit, werden die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt. Diese Ausbildung wird ergänzt durch den Berufsschulunterricht.
Ein Teil der Ausbildung findet unmittelbar am Arbeitsplatz der kaufmännischen Fachkräfte im Betrieb statt. Den Auszubildenden stehen dabei erfahrene Ausbilder zur Seite. Diese vermitteln ihnen nicht nur die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten für ihren Beruf, sie unterstützen sie auch bei dem Einüben in die beruflichen Tätigkeiten und als Mitarbeiter in der Betriebsgemeinschaft. Sie helfen ihnen, fit zu werden im Beruf.
IT- und Medien Berufe
Die ganze Bandbreite der IT-Welt
Im Bereich Informations- und Telekommunikationstechnik gibt es vier Ausbildungsberufe. Programmieren und Einrichten, aber auch Beratung, Kalkulation und Schulung - dies sind Teile der Berufs- und Ausbildungswelt der IT-Berufe. Dabei sind die Grenzen zwischen den einzelnen IT-Berufen fließend. Sie lassen sich noch am ehesten in zwei verschiedene Zweige einteilen: den eher technisch- und den eher kaufmännisch orientierten Zweig.
Technischer Zweig
Hier beschäftigen Sie sich hauptsächlich mit der Analyse und technischen Konzeption von IT-Systemen bis hin zur Realisation bzw. Installation. Sie setzen die Anforderungen, die sich aus den Bedürfnissen des Kunden ergeben, in Hard- und Software um und sorgen für deren Installation. Die Kontrolle, die Beseitigung von Störungen und die Behebung von Fehlern sind weitere Aufgabenbereiche, für die Sie im Rahmen Ihrer Tätigkeit zuständig sind.
Die Berufe, die am ehesten in diesen Bereich fallen, sind:
- Fachinformatiker/-in Anwendungsentwicklung
- Fachinformatiker/-in Systemintegration
- Systemelektroniker/-in
Doch wie bereits gesagt - die Grenzen zwischen den Berufen sind fließend. Tendenziell gilt: Je kleiner der Betrieb ist, desto breiter der Aufgabenbereich - so dass etwa auch die Kundenbetreuung zu den Aufgaben gehört.
Kaufmännischer Zweig
Hier beschäftigen Sie sich hauptsächlich mit den kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Funktionen der IT-Branche. Nach einer Analyse der Geschäftsprozesse und Kundenanforderungen beraten Sie Kunden hinsichtlich der Anwendungslösungen unter Berücksichtigung fachlicher und wirtschaftlicher Aspekte.
Sie sind z. B. zuständig für die Systemverwaltung, erstellen Angebote, rechnen Auftragsleistungen ab oder führen Marketingmaßnahmen und Schulungen durch.
Die Berufe, die am ehesten in diesen Bereich fallen, sind:
- Informatikkaufmann/-frau
- IT-Systemkaufmann/-frau
Doch wie bereits gesagt - die Grenzen zwischen den Berufen sind fließend. Tendenziell gilt: je kleiner der Betrieb ist, desto breiter der Aufgabenbereich - je nach Betrieb kann auch die Installation und Programmierungen mit zu den Aufgaben gehören.
Duale Studiengänge
Berufsakademien
Berufsakademien sind staatlich anerkannte Bildungseinrichtungen, die einen besonderen Platz neben den Hochschulen einnehmen. Das Studium dauert 3 Jahre, wobei sich Theorie und Praxis ständig abwechseln. Das heißt auf eine mehrwöchige Unterrichtsphase in der Berufsakademie folgt ein mehrwöchiger Ausbildungsblock im Unternehmen, der Bildungsstätte des Praxispartners.
Der Abschluss an einer Berufsakademie hieß früher Diplom-BA. Mittlerweile besteht an den meisten Berufsakademien die Möglichkeit, ein duales Studium mit einem Bachelor-Titel abzuschließen. Berufsakademien gibt es in Baden-Württemberg, Sachsen, Berlin und Thüringen in staatlicher Trägerschaft; in Hessen, Niedersachsen, Hamburg, Saarland und Schleswig-Holstein werden sie privat finanziert. Eine Liste mit den Kooperationspartnern aus der Wirtschaft erhaltet Ihr normalerweise in der Studienberatung der Berufsakademie. Zum Studium zugelassen werden nur diejenigen, die auch einen Ausbildungsvertrag von einem Unternehmen vorweisen können.
Duales Studium
Der Lehrplan für ein Duales Studium setzt sich aus einer Kombination von Theorie und praktisch erlerntem Know-how zusammen. Vermittelt wird dieses Wissen an zwei unterschiedlichen Lernorten: In den Praxisphasen lernt der Studierende in seinem Unternehmen, in der Theoriephase an einer Hochschule/Akademie. Dieser Wechsel von Praxis- und Studienphasen zieht sich durch das gesamte Studium, weshalb sich ein Duales Studium von einem "herkömmlichen" Studiengang vor allem durch einen höheren Praxisbezug unterscheidet. Angeboten werden Duale Studiengänge von Berufsakademien, Fachhochschulen und manchmal, wenn auch sehr selten, sogar von Universitäten.
Durch Duale Studiengänge sind die Bereiche Technik, Wirtschaft und Sozialwesen abgedeckt. Das Spektrum reicht hierbei von Maschinenbau, Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen, über Bauwirtschaft, Immobilienwirtschaft und Tourismusmanagement bis hin zu Sozialmanagement und Sozialer Arbeit. Künstlerische Studiengänge und die Geisteswissenschaften sind im Dualen System nicht anzutreffen