Tipps: Wie bewerbe ich mich richtig!

Am Anfang steht die Frage: "Was will ich werden?"

Nur wer weiß, was er will, hat die Energie, lange genug zu suchen, kann beurteilen, welche Alternativen drin sind, verkraftet Rückschläge und kommt trotz Schwierigkeiten ans Ziel. Deshalb sollten bei der Berufswahl folgende Überlegungen nicht an erster Stelle stehen: Was ist denn heute überhaupt drin? Wo könnte ich Chancen haben? Wo sind Ausbildungsstellen frei?

Wichtig sind zunächst einmal folgende Fragen: Was will ich werden? Was wünsche ich mir? Was würde mir Spaß machen?

Keine Panik: Hier muss einem nicht gleich ein Beruf einfallen. Die wenigsten Schulabgänger können auf die Frage, was will ich werden, einen Beruf nennen. Jeder kann aber für die vielen Dinge, die einen Beruf ausmachen, entscheiden, ob er sie machen will oder nicht: Will ich im Freien arbeiten, Kontakt zu Menschen haben, im Team arbeiten?

Eine solche Selbstbefragung ergibt ein Wunschbild. Ist das erarbeitet, kann z. B. gemeinsam mit dem Berufsberater ein Beruf gesucht werden, der dem Wunschbild entspricht. Erst danach gilt es dann herauszufinden, ob und wie der Wunsch zu verwirklichen ist.

Was kann ich eigentlich?

Wie erging es eigentlich damals den Eltern, konnten sie sich als Schulabgänger vorstellen, das zu tun, was sie heute machen? Wussten sie damals, dass sie in der Lage sind, acht Stunden täglich Geduld für knifflige Sachen aufzubringen, bei Wind und Wetter im Freien zu arbeiten oder Tag für Tag früh aufzustehen? Fragen Sie die Eltern einmal, ob sie im Laufe ihres Berufslebens an Dinge geraten sind, die sie nicht oder nur unter Schwierigkeiten konnten, Dinge, von denen sie als Schulabgänger vielleicht dachten, dass sie keine Probleme sein könnten.

Vermutlich hatten auch die Eltern vor dem Berufsantritt nur vage Vorstellungen von dem, was sie können beziehungsweise nicht können. Ein Gespräch mit den Eltern über dieses Thema kann also den „Durchblick“ fördern. Es ist äußerst schwierig, seine Fähigkeiten einzuschätzen. Ein Patentrezept dafür gibt es nicht. Nur einige Kontrollpunkte, die helfen können, die mehr oder weniger verborgenen Talente zu erkennen:

Zeugnis unter der Lupe

Was sagen die Noten wirklich über meine Fähigkeiten aus? Könnte etwa die Mathenote den Fähigkeiten entsprechend besser sein, wenn ich fleißiger gewesen wäre? Ist die Englischnote eine Beschönigung mangelnder Fähigkeiten? Auch diese und ähnliche Fragen müssen einmal ganz nüchtern gestellt und beantwortet werden.

Elternurteil ernst nehmen

Meine Eltern kennen mich am längsten. Wie beurteilen sie meine Fähigkeiten? Was ist dran an den Aussagen, die mir weniger gut gefallen, z. B. Ordnung und Fleiß?

Job- und Praktikumserfahrung auswerten

Was ist mir während meines Praktikums oder beim Jobben schwer und was ist mir leicht gefallen? Wie ist meine Tätigkeit von dem Arbeitgeber und den Kollegen beurteilt worden?

Freizeitverhalten beruflich betrachtet

Raffe ich mich selber auf, etwas zu unternehmen, oder brauche ich andere als Motor? Mache ich in meiner Freizeit häufig das Gleiche oder bin ich sehr vielseitig? Bin ich ein aktiver oder ein passiver „Freizeitler“? Spiele ich mit Fußball/Basketball etc. oder sehe ich zu? Dient meine Freizeit ausschließlich meinem Vergnügen oder mache ich manchmal auch etwas in Sachen Weiterbildung?

Wie kann ich mich informieren?

Das Angebot ist vielfältig. Etwa 400 anerkannte Ausbildungsberufe gibt es in der Bundesrepublik. Hinzu kommen noch die, die durch den Besuch einer Berufsfachschule, einer Fachschule oder ein Studium an einer Fachhochschule beziehungsweise Universität „erlernt“ werden können. Hier durchzublicken ist kein leichter Arbeitsauftrag für Schulabgänger. Glücklicherweise gibt es dafür Hilfen:

Informationsmaterial

Viele Informationen bieten Broschüren der Arbeitsagenturen. Außerdem gibt es dort Orientierungshilfen. Daneben halten die verschiedenen Fachverbände und Universitäten Informationen bereit.

Ein Besuch beim Berufsberater

Wichtige Informationen über den Arbeitsmarkt liefert natürlich der Fachmann – der Berufsberater der Arbeitsagentur. Er weiß, welche Berufe wo und für wen angeboten werden. In einem Beratungsgespräch geht es darum, möglichst viel zu erzählen und zu erfragen.

Wer jedoch mit dem Anspruch „Der wird das schon machen“ zum Berufsberater geht, kann unter Umständen bitter enttäuscht werden. Ein Berufsberater ist nämlich weder ein Hellseher, der einem in die Augen sieht und sofort einen passenden Beruf hat, noch ist er ein Zauberer, der auf Anhieb einen Ausbildungsplatz beschaffen kann. Er ist ein Berater. Überlegen Sie sich deshalb ganz genau, was Sie von ihm wissen wollen. Am besten Sie schreiben es sich vorher auf.

Außerdem kann der Berufsberater nur dann helfen, wenn er möglichst viel von Ihnen weiß. Bereiten Sie sich deshalb gut auf das Gespräch vor und seien Sie offen und ehrlich.

Eigeninitiative

Der Besuch bei der Arbeitsagentur macht Eigeninitiative nicht überflüssig. Das regelmäßige Durchforsten des Stellenmarktes in der örtlichen Tagespresse ist Pflicht für Schulabgänger. Sehr hilfreich ist darüber hinaus der Blick in Fachzeitschriften. Man bekommt sie in Buchhandlungen, außerdem liegen viele in Büchereien aus und natürlich auch im Berufsinformationszentrum der Arbeitsagenturen. Nicht zu vergessen die Suche im Internet, z. B. unter www.stepstone.de oder www.jobpilot.de.

Außerdem sollten Sie alle möglichen Beziehungen spielen lassen. Alle Kontakte müssen genutzt werden. Freunde, Verwandte, Nachbarn, aber auch die beim Jobben oder während des Praktikums geknüpften. Aufwändig, aber sehr Erfolg versprechend ist es, selbst auf die Betriebe zuzugehen. Dabei können Ihnen auch die Angaben in diesem Heft nützlich sein. Denn sie geben einen Überblick, welcher Ausbildungsberuf in welchem Mitgliedsunternehmen von ChemieNord ausgebildet wird und bei wem man sich bewerben beziehungsweise nähere Auskünfte einholen kann.

Bewerbungsunterlagen und Einstellungstest

Einen guten Überblick über die notwendigen Bewerbungsunterlagen erhalten Sie in den von Banken und Spar- oder Krankenkassen herausgegebenen Job-Broschüren. Für Computerfreaks gibt es die Hinweise auch auf Diskette oder CD-Rom. Fragen Sie bei Ihrem Serviceberater nach. Das Berufsinformationszentrum (BIZ) der Arbeitsagentur hält ebenfalls entsprechende Informationen bereit.

Mustertests werden häufig in den Abgangsklassen von den Lehrern an den allgemein bildenden Schulen verteilt und besprochen. Aber auch hier können Sie sich an die Banken und Krankenkassen sowie das BIZ wenden.

Was Sie auf jeden Fall benötigen:

Lebenslauf

Schreiben Sie Ihren Lebenslauf – am besten tabellarisch.

Passbild

Nehmen Sie ein gutes Passbild und schreiben Sie auf die Rückseite Ihren Namen und Ihr Geburtsdatum. Kleben Sie das Passbild oben rechts auf Ihren Lebenslauf.

Anschreiben

Ihre Bewerbung ist Ihre Visitenkarte. Überlegen Sie deshalb genau, wie Sie Ihr Anschreiben formulieren. Beschreiben Sie, wie Sie auf Ihren Wunschberuf gekommen sind, was Ihnen besonders daran gefällt und warum Sie den Beruf in diesem Unternehmen erlernen wollen. Vielleicht haben Sie auch schon ein Praktikum gemacht. Solche Dinge sollten Sie im Anschreiben erwähnen.

Zeugniskopie

Kopie des letzten Versetzungszeugnisses.

Verwenden Sie weißes Briefpapier oder hochwertiges Recyclingpapier. Achten Sie auch beim Briefumschlag auf gute Qualität. Zu empfehlen sind Briefumschläge mit Kartonrücken. Versenden Sie Ihre Unterlagen nicht per Einschreiben oder Eilboten und achten Sie auf ausreichende Frankierung. Auf dem Briefumschlag dürfen sich neben den Briefmarken nur noch der Adressaufkleber und Ihr Absender befinden.

Als Schnellhefter für Ihre Bewerbungsmappe können Sie z. B. einen Klemmhefter verwenden.