Ausbildung

Bundesagentur für Arbeit analysiert Herausforderungen für junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt

Die Bundesagentur für Arbeit hat jüngst die aktuellen Schwierigkeiten junger Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf und in den Arbeitsmarkt analysiert. Dazu gehören etwa der Stand der Jugendarbeitslosigkeit, die Anzahl an Schulabschlüssen oder Schulabbrechern und auch Verschiebungen bei der Berufswahl und dem Ausbildungsbeginn. Dieser Artikel fasst zentrale Ergebnisse aus dem Bericht zusammen. 

Foto: stock.adobe.com/sebra

Trend zu höheren Schulabschlüssen 

Die Anzahl an Schulabgängern an allgemeinbildenden Schulen sank bis 2020, steigt aber seitdem wieder leicht an. Mehr junge Menschen verlassen laut dem Bericht die Schule mit höheren Abschlüssen: 2024 hatten 32% das Abitur (2005 lag der Anteil noch bei 25%), 43% den Realschulabschluss, 17% den Hauptschulabschluss.

Verschiebung bei Berufswahl und Ausbildungsbeginn

Die höhere Anzahl an Abiturienten macht sich auch darin bemerkbar, dass mehr junge Menschen ein Studium wählen anstatt einer dualen Berufsausbildung.

  • Seit 2008 verschiebt sich die Tendenz zugunsten des Studiums. Der Anteil der Studienanfänger stieg auf über 30% (2024).
  • Mit der Corona-Pandemie 2020 ist die Zahl der jährlich neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge jeweils deutlich unter 500.000 abgesunken.
  • Jährlich starten ca. 130.000 Abiturienten eine duale Ausbildung.

Mehr Suchende als Ausbildungsstellen und steigende Jugendarbeitslosigkeit

Allerdings ist auch die Tendenz bei Schulabgängern ohne Abschluss leicht steigend und liegt bei 62.000 (2024). Die Jugendarbeitslosigkeit erreichte 2025 sogar den höchsten Stand der letzten zehn Jahre.

  • Drei Viertel der Arbeitslosen unter 25 Jahren haben keinen Berufsabschluss.
  • 2,9 Millionen junge Erwachsene (20-34 Jahre) haben keinen formalen Berufsabschluss, was jeder Fünfte in Deutschland ist.
  • Personen ohne Abschluss sind häufiger arbeitslos und arbeiten meist in Helfertätigkeiten.

Mehr junge Menschen suchen eine Ausbildung als Stellen vorhanden sind: 2024/25 standen 729.000 Ausbildungssuchende 664.000 Stellen gegenüber. Langfristig steigen laut dem Bericht der Anteil unversorgter Bewerber ebenso wie die Anzahl unbesetzter Stellen.

Hohe Abbruchzahlen bei Ausbildung und Studium

Die Lösungsquote bei Ausbildungsverträgen erreicht laut dem Bericht Höchststände.

  • 2024 lag die Lösungsquote bei 29,5%.
  • Besonders hoch ist die Quote in Handwerksberufen (36,7%) und freien Berufen (33,7%). Im öffentlichen Dienst ist die Lösungsquote sehr gering (9,0%).
  • Ursachen sind Berufswahlentscheidungen, Berufsattraktivität, Konflikte und Marktlage.
  • Rund die Hälfte der vorzeitig gelösten Verträge wird in anderen Betrieben oder Berufen fortgesetzt.
  • Die Abbruchquoten im Studium liegen beim Bachelor bei 28% und beim Master bei 21%.
  • Nach Studienabbruch beginnen mehr als 40% eine Berufsausbildung, ca. ein Drittel arbeitet.

Den gesamten Bericht finden Sie hier.

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