In unserer heutigen regionalen Tarifverhandlung für unsere Mitgliedsunternehmen aus Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein haben wir eine ausführliche Wirtschaftsdebatte mit der IGBCE, Landesbezirk Nord, über das Lagebild der norddeutschen Chemie- und Pharmaindustrie geführt.
Unsere Unternehmen stemmen sich schon seit Jahren mit aller Kraft gegen die Krise und bisher haben die Unternehmen alles getan, um die Arbeitsplätze und Stammbelegschaften zu erhalten.
Dass die Branche aber trotzdem gerade jetzt Arbeitsplätze verliert und viele weitere zur Disposition stehen, zeigt, wie hoch der Druck ist und wie massiv unsere Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit verloren haben.
Angesichts von Insolvenzen, Anlagenschließungen und Stellenabbau müssen wir dringend Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen. Machen wir Arbeit am Standort Deutschland jetzt noch teurer, verschärfen wir die Krise und beschleunigen den Substanzverlust.
Denn eine Reihe unserer norddeutschen Chemie- und Pharmaunternehmen kämpft mit hohen Arbeitskosten von zum Teil über 40 Prozent am Umsatz. Viele Unternehmen leiden unter Ertragsverlusten und sehen derzeit kaum Anzeichen für eine Erholung. 86 Prozent der norddeutschen Chemie- und Pharmaunternehmen haben deutlich unter 500 Beschäftigten. Auch für sie muss der nächste Tarifabschluss umsetzbar und bezahlbar sein.
Nur wettbewerbsfähige Unternehmen können Krisen überstehen und damit für Beschäftigung sorgen. Wir brauchen deshalb dringend eine tarifpolitische Atempause!
Die Tarifverhandlungen wurden ergebnislos vertagt und werden nun am 3. Februar auf Bundesebene fortgesetzt.
