Erste Tarifrunde für norddeutsche Chemie- und Pharmaindustrie ergebnislos vertagt

 

Arbeitgeber drängen auf tarifpolitische Atempause

 

Hannover, 20. Januar 2026 – Die erste Tarifverhandlung für die 68.000 Beschäftigten in rund 300 norddeutschen Chemie- und Pharmaunternehmen ist heute ohne Ergebnis vertagt worden. In der mehrstündigen und kontroversen Verhandlung unterstrichen die Chemie-Arbeitgeber, dass es in der derzeitigen Krise nur um die Zurückgewinnung von Wettbewerbsfähigkeit gehen könne. 

Werde Arbeit am Standort Deutschland noch teurer, verschärfe sich die Krise und beschleunige sich der Substanzverlust. „In dieser Situation muss Tarifpolitik entlasten, statt zusätzliche Belastungen zu forcieren. Wir brauchen dringend eine tarifpolitische Atempause“, fordert Dr. Sarah Saeidy-Nory, Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes ChemieNord.

Eine Reihe der norddeutschen Chemie- und Pharmaunternehmen kämpft mit hohen Arbeitskosten von zum Teil über 40 Prozent am Umsatz. Viele Unternehmen leiden unter Ertragsverlusten und sehen derzeit kaum Anzeichen für eine Erholung. 86 Prozent der norddeutschen Chemie- und Pharmaunternehmen haben deutlich unter 500 Beschäftigten. Der nächste Tarifabschluss muss also insbesondere auch für kleine und mittelständische Unternehmen umsetzbar und finanzierbar sein. Jede weitere Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit durch weiter steigende Arbeitskosten gefährdet Standorte und damit Beschäftigung im Norden. „Angesichts von Insolvenzen, Anlagenschließungen und Stellenabbau müssen wir dringend Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen. Nur wettbewerbsfähige Unternehmen können Krisen überstehen und damit für Beschäftigung sorgen“, betont Verbandschefin Dr. Saeidy-Nory.

Die Verhandlungen werden jetzt am 3. Februar auf Bundesebene fortgesetzt.

Hier finden Sie eine Zusammenfassung unserer Arbeitgeberpositionen als PDF. 


Über ChemieNord:
ChemieNord ist der Arbeitgeberverband für die chemische Industrie in Norddeutschland. Der Verband vertritt rund 300 Mitgliedsunternehmen mit 68.000 Beschäftigten. Kernaufgaben des Verbandes sind der Abschluss von Tarifverträgen und die arbeitsrechtliche Beratung der Mitgliedsunternehmen. ChemieNord unterstützt seine Mitgliedsunternehmen darüber hinaus im Gesundheitsmanagement, beim Ausbildungsmarketing und vertritt die gemeinsamen Interessen seiner Mitgliedsunternehmen gegenüber den Medien, der Öffentlichkeit, der Politik, Behörden, Gewerkschaften, Spitzenverbänden und anderen Organisationen.
 


Für Rückfragen:

Alexander Warstat
Pressesprecher
Arbeitgeberverband ChemieNord
Durchwahl +49 (0) 40 639 1883 505
Mobil +49 (0) 172 457 46 77
warstat@chemienord.de   


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